Der weltweite größte Stromerzeuger ist dabei, seinen Stromsektor zu reformieren. Die Einführung von Spotmärkten ist dabei ein entscheidender Faktor, um Kraftwerke in China effizient einsetzen zu können. Die Provinz Zhejiang möchte bis Anfang 2019 einen Spotmarkt einführen.

2016 wurden in China etwa 6000 TWh Strom produziert. Das entspricht fast 25 Prozent der globalen Stromproduktion (Quelle: Enerdata). In den 1980er Jahren startete die Strommarktreform des Landes, während seit der Veröffentlichung des berühmten No. 9 Papiers im März 2015 der Stromsektor weiteren großen Änderungen unterworfen wird. Der Stromsektor soll dabei von einem zentralen und staatlich verwalteten System zu einem preisbasierten Markt umgebaut werden.

Wie schon in anderen Beiträgen erläutert, lag der erste Fokus der Strommarkttransformation auf direktem Handel durch bilateralen Handel oder zentralen Auktionen von langfristigen Terminmarktprodukten. Für industrielle Verbraucher wird etwa eine 100-prozentige Eindeckung über direkte Handelsgeschäfte bis 2018 angestrebt (Quelle: RAP)

Laut der National Energy Administration schreitet allerdings auch die Einführung von Sportmärkten in China weiter voran. Einige Pilotprojekte in verschieden Provinzen sollen bis 2018 gestartet werden, um dann bis 2020 auch in anderen Regionen Anwendung zu finden. Ein solcher Zeitrahmen ist sicher sehr ambitioniert. Die regionalen Spotmärkte sollen zunächst in der Provinz Gansu, in der Jing-Jin-Ji  Region um Beijing (Quelle: RAP) und der wirtschaftlich gut entwickelten Provinz Zhejiang an der Ostküste eingeführt werden.

Der Stromverbrauch der Haushalte in Zhejiang ist relativ hoch, wie in Abbildung 1 (Quelle: MDPI) zu sehen ist. Mit einem Stromverbrauch von mehr als 400 TWh jährlich hat Zhejiang ebenfalls einen relativ hohen Anteil von 7 Prozent am gesamten chinesischen Stromverbrauch.

Stromverbrauch der chinesischen Haushalte nach Provinz pro Einwohner in 2012 (kWh)

Abbildung 1: Stromverbrauch der chinesischen Haushalte nach Provinz pro Einwohner in 2012 (kWh)

Die Provinzregierung von Zhejiang hat kürzlich den „Zhejiang Electricity Market Design and Implementation Plan“ für das Strommarktdesign genehmigt. Dieser sieht die Einführung eines Spotmarktes und eines Markten für Finanzprodukte vor. So sollen eine bessere Allokation von Ressourcen ermöglicht, die Effizienz des Kraftwerksbetriebs verbessert, Investments angereizt und Kosten reduziert werden. Einer der größten Stromproduzenten Zhejiangs soll den Aufbau des Spotmarkts, der in internationaler Kooperation entwickelt werden soll, im Auftrag der Provinzregierung Zhejiangs kontrollieren und den Fortschritt überwachen.

Laut dem Ausschreibungsdokument soll Zhejiangs Marktdesign dem Gross-Pool-Modell folgen und in der ersten Hälfte 2019 in die Testphase gehen.