Das Bundeswirtschaftsministerium hat ein Gutachten zur Überprüfung der Kernenergie-Rückstellungen für die Kernkraftwerksbetreiber veröffentlicht. Bundeswirtschaftsminister Gabriel zur den Ergebnissen des Stresstest: "Unternehmen sind in der Lage, die Kosten des Kernenergieausstiegs zu tragen".

Power Plant Gundremmingen, Germany

Erstmalig wurde ein Gutachten für die allgemeine Öffentlichkeit transparent über die zu erwartenden Kosten des Kernenergieausstiegs erstellt.

Die von den betroffenen Unternehmen gebildeten Rückstellungen in Höhe von 38,3 Milliarden Euro basieren auf geschätzten Kosten zu aktuellen Preisen in Höhe von rund 47,5 Milliarden Euro.  Die Rückbaukosten werden in Deutschland mit durchschnittlich 857 Millionen Euro je Reaktor geschätzt. Der von den Unternehmen bilanzierte Rückstellungswert von insgesamt 38,3 Milliarden Euro ist nach Auffassung der Wirtschaftsprüfer auf Grundlage der nachvollziehbaren Kostenschätzung der Energieversorgungsunternehmen korrekt berechnet.

Die von den Gutachtern vorgenommene Betrachtung der Vermögen der EVU zeigt, dass diese – in Summe – in der Lage sind, ihre atomrechtlichen Entsorgungsverpflichtungen zu erfüllen. Den EVU steht vor Abzug der Kernenergie-Rückstellungen ein marktorientiertes Reinvermögen (d. h. alle weiteren Verbindlichkeiten und Rückstellungen sind bereits abgezogen) von rund 83 Milliarden Euro zur Begleichung der Kosten zur Verfügung.

Die Entsorgungsausgaben können nach Ansicht der Gutachter bis zum Jahr 2099 von den Einnahmen der Unternehmen gedeckt werden.

Diese Prognosen unterliegen naturgemäß großen Unsicherheiten.