Am Mittwoch, 7. Juni 2017 speisten Wind- und Solaranlagen einen neuen Rekordwert in das britische und deutsche Netz ein und deckten über den Tag betrachten etwa 40 und 60 Prozent der jeweiligen Stromnachfrage.

Solar energy (ecosetter)

Die tatsächliche Zeit des Einspeiserekords von Wind- und Solaranlagen in Deutschland lag in der Viertelstunde zwischen 13:30 und 13:45 Uhr, während am gleichen Tag auch in Großbritannien eine neue Rekordeinspeisung von erneuerbaren Energien bei knapp 20 GW während der Mittagszeit vorlag (Quelle: Montel). Mehr als 50 Prozent der Stromnachfrage Großbritanniens zu diesem Zeitpunkt wurde durch CO2-freie Technologien gedeckt. Abbildung 1 zeigt die Erzeugung Großbritanniens am 07. Juni, wobei insbesondere die starke Windeinspeisung deutlich wird (Datenquelle: National Grid, eigene Darstellung).

Abbildung 1: Einspeisung nach Technologien am 07. Juni 2017 in UK

Diese hat in der Nacht des 07. Juni 2017 auch zum ersten Mal zu negativen Strompreisen in Großbritannien geführt. So wurden laut der Strombörse APX in der halbstündlichen Day-Ahead-Auktion negative Preise für die Zeit zwischen 2 und 3 Uhr Nachts erreicht. In der stündlichen Day-Ahead-Auktion lag der niedrigste Preis mit 1,8 EUR/MWh allerdings über der Null.

Mit knapp über 52 GW an Solar- und Windeinspeisung ab 13:30 Uhr wurde somit auch der bisherige Rekord von 44 GW übertroffen. Die deutsche erneuerbaren Einspeisung lag am Mittwoch in der Spitze bei über 63 GW. Davon wurde etwa 20 GW durch PV-Anlagen, 28 GW durch Windkraft an Land, 4.5 GW durch Wind auf See, 4 GW durch Wasserkraft und 5.5 GW durch Biomasse bereitgestellt. Konventionelle Kraftwerke haben die Residuallast (also die nicht durch erneuerbare Energie gedeckte Stromnachfrage) erzeugt, wobei hier vor allem Braunkohle- und Kernkraftwerke aufgrund ihrer geringen Grenzkosten zum Zug kamen, wie in Abbildung 2 dargestellt (Quelle: Energy Charts).

Abbildung 2: Einspeisung nach Technologien am 07. Juni 2017 in Deutschland

Trotz der hohen Einspeisung aus erneuerbaren Energien, fiel der Strompreis am 07. Juni nicht unter die Null. Dies ist vor allem durch den relativ hohen Verbrauch von 50 bis 80 GW im Tagesverlauf zu erklären. Die hohe Auslastung der erneuerbaren Energien mit sehr geringen Grenzkosten, drückte dennoch die Strompreise im Spotmarkt der EPEX Spot. Dies ist in Abbildung 3 (Quelle: EPEX Spot), welche die Tagesdurchschnittspreise für Strom in der ersten Juniwoche 2017 zeigt, gut erkennbar. So lag der Durchschnittspreis für Strom am Mittwoch 07. Juni 2017 bei 13,31 EUR/MWh und somit 10-20 Euro unter dem Durchschnitt anderer Tage in dieser Woche.

Abbildung 3: Tägliche Preise für Peak (orange)- und Baseload (grau) für Deutschland in der ersten Juniwoche 2017