Zum 20. Mai 2015 ist das Flow Based Market Coupling nach 8 Jahren Vorbereitung gestartet. Die effizientere Zuteilung der Grenzkuppelkapazitäten erhöht die Effizienz des internationalen Stromaustausches und lässt die Strompreise in den beteiligten Ländern angleichen.

Nach 8 Jahren der Vorbereitung und 2 Jahren der intensiven Testphase ist heute die Zuteilung der Grenzkuppelkapazitäten im Central Western European Market System (Deutschland, Frankreich, Belgien, Niederlande und Österreich) gestartet.

Durch das Flow Based Market Couppling werden die Kapazitäten, die für den Import/Export in Nachbarländern zur Verfügung stehen jetzt nach dem Zustand des Stromnetzes verteilt. Insbesondere die Einspeisung von fluktuierender Erzeugung verändert den Netzfluss derartig, dass es zu Verschiebungen im Stromfluss geben kann, wenn die Grenzkuppelkapazitäten fix zugeteilt werden.

Marktteilnehmer erwarten hier einen Effekt auf Preise. Insbesondere Deutschland mit der hohen Einspeisung von erneuerbaren Energien kann durch einen höheren Stromexport profitieren, jedoch erwarten Analysten höhere Preise. Denn die steigenden Exporte führen nach Angaben der Marktexperten von Energy Brainpool zu einen höheren Strompreis für Deutschland im Mittel von 1 EUR/MWh, wohingegen Belgien mit fallenden Strompreisen in Höhe von 2,3 EUR/MWh rechnen  kann.

Andere Analysehäuser erwarten einen höheren Preiseffekt bis zu 1,5 EUR/MWh für Deutschland. Für die Refinanzierung von erneuerbaren Energien ist dies eine gute Nachricht, denn insbesondere in den Stunden, in denen höhere Windenergieeinspeisung erwartet werden steigt der Strompreis proportional dazu, was das EEG Konto in der Refinanzierung entlasten wird.